Sommerfest mit sechsfachem Abschied

Endlich wieder live

Bis in den späten Dienstagabend feiert das Kollegium der Bergiusschule den Abschluss des Schuljahres. Bei Mini-Pizzen und Kuchen aus der schuleigenen Bäckerei und Konditorei und erfrischenden Getränken können sich Kolleginnen und Kollegen endlich wieder von Angesicht zu Angesicht austauschen, gemeinsam lachen und sich auch von sechs Kolleginnen und Kollegen gebührend verabschieden.

Nach neun Jahren an der Bergiusschule sagt Jo Goebel, unsere Berufswegeplanerin, „Antío sas!“, um sich in Griechenland auf die Suche nach ihren familiären Wurzeln zu begeben und ihre Kenntnisse in der griechischen Sprache zu vertiefen. Die Düsseldorferin, gelernte Schreinerin und studierte Soziologin und Politikwissenschaftlerin kam zu uns, als wir in den Containern am Mühlberg mit Spannung der Fertigstellung der Renovierung unserer Schulgebäude hier am Frankensteiner Platz entgegensahen. Jo Goebel hat beim Umzug tatkräftig mit angepackt und ist seitdem eine Institution an der Schule, die in ihrem Büro im 2. Stock des Westgebäudes unzählige Schülerinnen und Schüler bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder auch Praktikumsplatz unterstützt und betreut hat. Jetzt hoffen wir alle sehr, dass sie in einem Jahr auch dorthin zurückkehren kann. Dann vielleicht sogar mit einem Beratungsangebot auf Griechisch…

Zur Verabschiedung von Dr. Paul Koszuszeck zitiert die Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber, Peter Rühmkorfs Leitsatz „Bleib erschütterbar und widersteh“.  Scharf, klar denkend und sensibel sei er während seiner zwanzigjährigen Arbeit in der Frankfurter Berufsschullandschaft gewesen, betont die Stadträtin. Drei Eigenschaften, die insbesondere in Zeiten, in der die Demokratie in Gefahr geraten könne, gar nicht genug zum Ausdruck gebracht werden könnten. Paul Koszuszeck kam 2015 an die Bergiusschule und hat mit der Einführung von Webuntis, digitalem schwarzen Brett, digitalen Klassenbüchern, Stundenplänen und einer digitalisierten Vertretungsplanung über Mailsysteme für die Digitalisierung in der neu sanierten Schule gesorgt. „Mein beruflicher Lebensweg ist nicht gerade verlaufen. Dass ich heute hier als stellvertretender Schulleiter stehe, ist mehr Glück als Plan, und das ist auch gut so“, resümiert der gebürtige Saarländer. Er sei froh, dass er nicht von der Schule und Universität direkt zurück in die Schule gegangen sei, „sondern in der freien Wirtschaft geschuftet habe“, fügt er in seiner Abschiedsrede hinzu. Aber auch in den vergangenen sechs Jahren habe er noch etwas dazulernen können: „Hier konnte ich, aus der Industrie und kaufmännischen Berufsschule herkommend, die gesamte Bandbreite gastronomischer Berufe und Köstlichkeiten kennen- und lieben lernen“. Jetzt geht Paul Koszuszeck in den Offenbacher Unruhestand. Wir schließen uns den Wünschen von Sylvia Weber an: „Genieße nun das selber Kochen, Ausschlafen, Fahrrad fahren, Reisen und die Spiele der Eintracht“.

„Ich bin sehr gerne Berufsschullehrer gewesen“, sagt Manfred Luff zum Abschied. Pensioniert ist er schon seit Februar, aber aufgrund der Pandemie können wir erst jetzt seine Verabschiedung würdig feiern. „Das ist ein echt dicker Brocken“, lacht Susanne Albert und hält eine prall gefüllte Personalakte hoch. „Für Manfred Luff war das wichtigste am Unterrichten immer der Einstieg“, berichtet die Schulleiterin. Und sein Einstieg an der Bergiusschule sei genauso gewesen. Der damalige Schulleiter habe Manfred Luff, der zeitgleich ein Angebot einer anderen Schule vorweisen konnte, unbedingt als Lehrer gewinnen wollen. Daher habe er ihn vorab zu einem fulminanten Prüfungsessen eingeladen. Dass sich die Bergiusschule dabei von ihrer besten Seite präsentierte, muss beim Kollegen Luff schon Eindruck hinterlassen haben. Denn: Ab dem 1.8.1985 unterrichtete der studierte Oecotrophologe an unserer Schule. „Er war ein Tausendsassa“, verrät die Schulleiterin, „und hat alles unterrichtet außer Sprachen und Religion“. Sein Steckenpferd war der Lernfeldunterricht, für den er sich immer stark gemacht hat. Auch seine Studienfahrten sind legendär. Der vielseitige Pädagoge wird sicherlich auch in Zukunft reiselustig, gesellig bleiben und weiterhin auffallen. Letzteres nicht nur, weil er sich mit großem Engagement einsetzt für Dinge, die ihm wichtig sind, sondern auch noch aus einem anderen Grund. Diesen verrät Kollegin Heike Kriewald in der vorletzten Strophe ihres Abschiedsgedichtes: „Nun flitzt im roten Cabrio
– sein Traumauto – weiß jeder – sowieso! Manfred von Stadt zu Land und Dorf zu Fleck – am besten immer mit Wein im Gepäck.“

Mit Jessica Neumann-Szklarz verlässt unsere erste UBUS-Kraft die Schule. Jessica Neumann kam im Herbst 2018 als unterrichtsbegleitende Unterstützung durch sozialpädagogische Fachkräfte, kurz UBUS, zu uns. Vor ihrer Elternzeit war die Sozialpädagogin mit Arbeitserfahrung in der Stuttgarter Hotellerie (Mövenpick Hotel Stuttgart) hauptsächlich in den Inklusionsklassen bei den Fachkräften im Gastgewerbe eingesetzt. Nach den Sommerfreien wird sie sich nun neuen Herausforderungen stellen und an der Karmeliterschule ihre Arbeit aufnehmen.

Als Jan Skrodzki am 1. Mai 2004 als LiV, Lehrkraft im Vorbereitungsdienst, an die Bergiusschule kam, hat er schon so einige berufliche Stationen auf seiner Vita, weiß Schulleiterin Susanne Albert zu berichten. Seine Karriere startete er in Hamburg im „Le Canard“ und den „Vier Jahreszeiten“. Er besuchte die Hotelfachschule in Heidelberg und absolvierte die Prüfung zum Küchenmeister. In der Bergiusschule unterrichtete er als Fachpraxis-Lehrer in der Berufsschule sowie in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung. Auf seine Initiative ist unser essbarer Schulgarten gewachsen und mit diesem kam der Erfolg beim Schulwettbewerb „Schule & Natur“. Was viele im Kollegium nicht wissen: Jan Skrodzki ist auch Kinderbuchautor. Jetzt zieht es den großen Mann aus dem niedersächsischen Vechta nach Asien. Zusammen mit seiner Familie wird für einige Zeit in Singapur leben. Aber nicht für immer. „Spätestens zum Dienstjubiläum – wird er zurück an der Bergiusschule sein“, sagt Susanne Albert augenzwinkernd. Aber so lange brauchen wir auf ihn gar nicht zu verzichten…

Eine Meisterin der Vielseitigkeit ist Anna Steinmetz, die im Mai 2014 zu uns an die (Container-)Schule kam. Als gelernte Fachfrau für Systemgastronomie kannte sie die Bergiusschule bereits aus ihrer eigenen Berufsschulzeit. Als Lehrerin für Ernährung und Deutsch bildete sie sich bereits kurz nach ihrem Einstieg in DaZ, Deutsch als Zweitsprache, weiter und bereitete den sprachsensiblen Fachunterricht mit auf. Zudem verstärkte sie die Prüfungsausschüsse „Refa“ und „Fachkraft im Gastgewerbe“ und wurde zur Expertin in Sachen Achtsamkeit. „Viele Kolleginnen und Kollegen kennen Anna Steinmetz aus der Teamarbeit in den BFS-, BzB-Klassen oder aus dem Refa-Teams“, weiß die Schulleiterin. Seit Februar hat Anna Steinmetz eine Abordnung an die Berta-Jordan-Schule und an diese wird sie nach den Sommerferien ganz wechseln. Zum Glück bleibt sie in Frankfurt und ist nicht aus der Welt. Anna, wir bleiben in Kontakt!

Religions-, Verbindungslehrer, Schulseelsorger und Krisenbegleiter – das ist Michael Volkmar. „Von Anfang an gehörte er zum BzB-Team“, erinnert sich Susanne Albert, „aber auch für die SV engagiert er sich schon lange“.  Als Religionspädagoge nimmt er alle Schülerinnen und Schüler ernst und hat ein Ohr für alles, was sie beschäftigt oder bedrückt. Er hat so manchem Schüler, so mancher Schülerin bei der Überwindung persönlicher Krisen unterstützt. Aber er war nicht nur für die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen da. Er sei für die gesamte Schulgemeinde eine große Hilfe gewesen, als diese den gewaltsamen Tod eines Schülers und den plötzlichen Tod der Schulsekretärin Silvia Schulz verarbeiten musste. Aber auch sportlich werden wir Michael Volkmar in Erinnerung behalten – und er uns auch. Kollege Max Dräger überreicht dem begeisterten Basketballspieler einen Mini-Basketballkorb nebst passendem Ball, auf dem sich alle Kolleginnen und Kollegen verewigt haben. Michael Volkmar wechselt zum neuen Schuljahr an die Louise-Schroeder-Schule nach Wiesbaden. Der Basketball sowie unsere guten Wünsche begleiten ihn dorthin.

Die folgenden Fotos geben einen kleinen Eindruck vom Sommerfest 21 wieder. Schön war’s – endlich wieder gemeinsam live und in Farbe!

 

 

 

Fotos: Susanne Albert, Jörn Hintze, Stefan Regenfuss

 

 

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