Bald grünt er wieder

Schuleigener Kräutergarten neu belebt

Unsere Schulgebäude wurden bis Ende 2015 kernsaniert, daher war die ganze Schule in einen Containerstandort am Mühlberg ausgelagert. In dieser Zeit konnte der Schulkräutergarten mitten in der Baustelle nicht gepflegt werden und war nach unserem Rückzug an den Frankensteiner Platz nicht mehr wieder zu erkennen.

Nachdem der Umzug im Frühjahr 2017 vollbracht und sich die Schulgemeinde in den neu sanierten Gebäuden eingelebt hatte, begannen wir mit der Wiederanlage des essbaren Schulgartens. Zunächst waren grundlegende Bepflanzungen und Anlagen vorzunehmen. Diese Phase haben wir genutzt, um Erfahrungen aus den Jahren 2005 bis 2012 Revue passieren zu lassen, zu überdenken, Gutes wiederherzustellen und wiederum anderes besser zu machen.

Am 23.02.2017 hat sich eine Arbeitsgruppe (AG) mit der Schulleitung getroffen, um die Wiederanlage zu planen: Wie soll der Garten in das Schulgesamtkonzept integriert und genutzt werden? Wer kümmert sich mit welchen Schulformen und welchen Klassen um welchen Part? Gibt es die Möglichkeit eine AG ins Leben zu rufen, die alle Schulformen und alle Schülerinnen und Schüler anspricht und dadurch ein festes Schulgarten-Team der Willigen und Interessierten entsteht? Welche Mittel, welcher Unterstützung bedarf es, welche gibt es?

Die Lehrkräfte Juliane Bergmann, Stefan Regenfuß und Jan Skrodzki gründeten die Arbeitsgemeinschaft „Essbarer Schulgarten“ und starteten mit den Vorarbeiten. Gerätschaften und Arbeitsmaterialien mussten benannt, Angebote eingeholt und schließlich so einiges besorgt werden. Der neue, anfänglich noch leere Geräteschuppen bekam endlich seine Aufgabe und wurde gefüllt.

Die engagierten Kolleginnen und Kollegen ließen sich durch die Diplombiologin Frau Peukert fachlich beraten und teilten die sechs auf dem Schulhof angelegten Gartenfelder ein und zu. Nun konnte es losgehen:

Die Projekte

  • „Grüne Soße“,  Klasse 10BFS1,  Schuljahr 2016/17  von Stefan Regenfuß

Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 10 BFS 1 haben eine Infobroschüre erstellt (Geschichte, Kräuterbeschreibung, Rezepte usw.), die Kräuter in unserem Schulkräutergarten angepflanzt und verschiedene „Grüne Soße“-Varianten gekocht. Mit dem Projekt hat die Klasse am Wettbewerb (1822-Schule & Natur) mit Erfolg teilgenommen.

Die Jugendlichen lernten traditionelle Gerichte ihrer Stadt mit allen Sinnen kennen und genießen. Von der theoretischen Auseinandersetzung über die praktische Bepflanzung des „Essbaren Schulgartens“ bis hin zur kulinarischen Verkostung. Kenntnisse über Herkunft, Anbau, Pflege, Besonderheiten und Verwendungsmöglichkeiten der sieben Kräuter wurden erworben. Des Weiteren wurde durch den Anbau die Eigenverantwortlichkeit gefördert und Scheu im Umgang mit „schmutzigen Arbeiten“ verringert. Innerhalb der Klasse und durch die Kooperation mit der Parallelklasse wurde die Teambildung auch klassenübergreifend gestärkt.

  • Urban Gardening

Juliane Bergmann nahm sich einer Parzelle an: Eine Berufsschulklasse, angehende Restaurantfachleute, hat sich im Politikunterricht das Thema „Urban Gardening“- welche gesellschaftliche Relevanz hat dies in unseren Städten?“ betrachtet und ganz praktisch umgesetzt. Hierzu wurden die für Bar-  und Restaurantbetriebe üblichen Kräuter ausgewählt und angepflanzt. Im Weiteren hat sich nicht nur diese Klasse, sondern die ganze Schule an den Ergebnissen gefreut und sie im Schulbetrieb nutzen können.

  • Vom essbaren Schulgarten auf den Teller“

Die Schülerinnen und Schüler des BzB widmeten sich dem eigenen Anbau von Kartoffeln. Die Klasse des Schuljahres 2016/17 bereitete eines der sechs Gartenfelder vor, um Kartoffeln zu pflanzen und diese dem zukünftigen BzB zu übergeben, die diese dann Ende September 2017 ernten und zu Pommes Frites verarbeiten würden (siehe auch Vom Acker auf den Teller“).

Für das laufende Schuljahr 2017/18 bekommen wir unter anderem Unterstützung durch „Umweltlernen Frankfurt e.V.“, einem Verein innerhalb des Stadtschulamtes der Stadt Frankfurt. Sie haben es sich zum Ziel gemacht, Schulen und ihren aktiven Schulgemeinden zu helfen, nachhaltige Nutzung der Schulhöfe und deren Grünanlagen zu planen, Mittel und Ressourcen zur Verfügung zu stellen und das tatkräftig auch umzusetzen.

Geplant ist, heimische ausgesuchte Weinstöcke an passenden Spalieren so anzupflanzen, dass auch in absehbarer Zeit eine Lese möglich wird. Der Restaurantfachbereich, vertreten durch Markus Steinmetz, Kollegen und Kolleginnen sowie die Schülerinnen und Schüler der gastronomischen Ausbildungsberufe begleiten diesen Teil.

Für die schuleigene Brauerei soll Hopfen angebaut werden. Der Ertrag kann sich dann in den nächsten Brauvorgängen auch geschmackvoll wiederfinden.

Eine in den Jahren 2005 bis 2012 bereits vorhandene Kräuterspirale soll wieder ihren nutzbaren und auch optisch bereichernden Platz bekommen.

Wohin mit allen Gartenabfällen? Dies wollen wir mit Hilfe zweier Kompostanlagen lösen.

Und so soll es in den kommenden Schuljahren mit den zukünftigen Schülerinnen und Schülern und noch mehr Ideen weitergehen. Zum Beispiel könnte eine informative Beschilderung die selbsterklärende Nutzung für alle möglich machen und Jungpflanzen könnten in einem eigenen Hochbeet angezogen werden.

Auch ist eine Kooperation mit der www.Gemueseackerdemie.de ab dem Schuljahr 2018/19 in Vorbereitung.

Durch den neuen Schulgarten können sowohl der Fach- als auch der allgemeinbildende Unterricht an der Bergiusschule bereichert werden. Naturkreislauf und Nachhaltigkeit werden ganzheitlich an einzelnen Beispielen erfahrbar.

Unser Wunsch ist, dass der „essbare Schulgarten“ so zum „essbaren und erfahrbaren Schulhof“ wird. Nutzung und Pflege erhöhen die Achtsamkeit und Identifikation und tragen somit zu einer angenehmen Schulatmosphäre bei. Wer unterstützen und mitgestalten möchte meldet sich bitte bei

Jan Skrodzki und Stefan Regenfuß

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