Main Potenzial: Wertschätzung großgeschrieben
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Zoe Fischer hat in einem knappen Jahr unendlich viel dazu gelernt. Die 25-Jährige ist eine von insgesamt achtzehn Azubis und die Erste aus der Bergiusschule, die für das Ausbildungsstipendium für Frankfurt „Main Potenzial“ ausgewählt worden ist. Das Empfehlungsstipendium wird von der Stiftung Polytechnischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main sowie der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main durchgeführt und fördert engagierte Auszubildende. Was das Programm Auszubildenden bietet und welche persönlichen Entwicklungschancen sich durch die Teilnahme ergeben, darüber haben wir mit der zukünftigen Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie und ihrer Lehrerin im arbeitstechnischen Unterricht, Kerstin Acker, gesprochen.

Zoe, wie haben Sie von dem Ausbildungsstipendium Main-Potenzial erfahren und was hat Sie dazu bewogen, sich zu bewerben?
Frau Acker hat mich Anfang 2025 auf das Ausbildungsstipendium aufmerksam gemacht. Um sich für Main Potenzial zu bewerben, braucht man zuerst jemanden, der dich bei der Stiftung Polytechnische Gesellschaft empfiehlt. Das können Lehrkräfte, Ausbilderinnen oder Ausbilder sein, die bei Auszubildenden, Begeisterung und besonderes Engagement für die Branche erkennen. Ohne Frau Acker hätte ich wahrscheinlich von Main Potenzial nichts mitbekommen.

Welche besonderen Erfahrungen haben Sie gemacht? Was waren die Höhepunkte und Herausforderungen für Sie?
Die größte Herausforderung für mich ist es, mich immer wieder mit mir selbst intensiv auseinanderzusetzen. Das klingt jetzt sehr einfach, aber wir achtzehn Azubis aus allen Berufsgruppen verlassen während der insgesamt zehn Workshops immer wieder unsere Comfort Zone. Wir gehen an unsere persönlichen Grenzen, versetzen uns in die unterschiedlichsten Perspektiven und schlüpfen in andere Rollen. So ein stetiger Prozess der Selbstoptimierung ist kräftezehrend, äußerst spannend und beglückend zugleich.

Wie hat das Ausbildungsstipendium Ihre persönliche und berufliche Entwicklung beeinflusst? Haben Sie neue Fähigkeiten oder Kenntnisse erworben, die Sie in Ihrem Alltag anwenden können?
Ich habe gelernt, dass Konflikte etwas sehr Gewinnbringendes sein können. Durch klare Kommunikation und Gesprächstechniken, wie ich sie mittlerweile auch in meinem Alltag täglich anwende, werden neue Perspektiven aufgezeigt, die schon so manchen Stein ins Rollen gebracht haben. Meinen Präsentationsstil konnte ich mithilfe professioneller Coaches analysieren und optimieren, um selbstsicherer auftreten zu können. Und: Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, mit sich selbst und anderen wertschätzend umzugehen, um motiviert zu bleiben. Was mir aber besonders im Gedächtnis geblieben ist, sind die vielen inspirierenden Persönlichkeiten, mit denen ich in Kontakt getreten bin.

Wie wichtig ist das Netzwerk von jungen Menschen, das Sie während des Programms kennengelernt haben? Haben Sie Kontakte geknüpft, die Ihnen auch nach dem Programm noch helfen?
Durch die Teilnahme an Main Potenzial habe ich so viele unterschiedliche Menschen, Talente und Mentoren kennengelernt und auch neue Vorbilder entdeckt. Am wichtigsten war die Erkenntnis, diese neuen Erfahrungen in einem Safe Space erleben zu können. Also in einer Gruppe, die sich untereinander bei der persönlichen Weiterentwicklung unterstützt. Unter uns achtzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestand immer eine große Wertschätzung untereinander und für die jeweiligen Berufsgruppen. Wir haben gelernt, voneinander zu lernen und wissen unsere Vielfalt zu schätzen.

Was war das Wichtigste, das Sie während des Programms gelernt haben? Wie haben Sie Ihre Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt?
Mein größtes Learning war, dass man zunächst sein Gegenüber verstehen muss, bevor man selbst verstanden werden kann. Das gilt besonders dann, wenn man vertrauensvolle und langfristige Beziehungen pflegen möchte. Zudem habe ich viel über Stress-, Emotion- und Selbstmanagement lernen dürfen und Tools an die Hand bekommen, auf die ich immer zurückgreifen kann.

Welche Empfehlungen haben Sie für andere Schülerinnen und Schüler, die sich für „Main-Potenzial“ bewerben möchten?
Seid offen für Neues und bewerbt euch! Und lasst euch vom umfangreichen Bewerbungsprogramm nicht abschrecken. Schon der Bewerbungsprozess selbst kann ein erster Schritt zur persönlichen Weiterentwicklung sein. Das Ausbildungsstipendium ist ein großer Gewinn: Ihr bekommt die Zeit, euch mit euch selbst auseinanderzusetzen und weiterzuentwickeln.

Eine private Frage zum Abschluss: Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Mein nächstes Ziel ist, meine Ausbildung erfolgreich abzuschließen und weiterhin möglichst viele Erfahrungen in meinem Ausbildungsbetrieb Sheraton Marriott Flughafen und hier an der Bergiusschule zu sammeln. Danach möchte ich auf jeden Fall in der Branche bleiben und mich Schritt für Schritt weiterbilden, um irgendwann auch ein Vorbild für neue Azubis sein zu können.

Frau Acker, Ihnen ist Zoes Motivation und großes Interesse im Unterricht aufgefallen. Im Juni findet für die erste Generation des Ausbildungsstipendiums bereits das Abschlussseminar statt. Der zweite Jahrgang startet im September. Verraten Sie uns, ob Sie auch für dieses Jahr mögliche Bewerber/Bewerberinnen im Blick haben?
Auf jeden Fall! Es ist immer wieder wunderbar zu sehen, wie viel Potenzial für die Branche in den Klassen zu finden ist. Und ich habe mich sehr gefreut, wie viel Zoe aus dem Programm mitnehmen konnte. Ich selbst habe bereits einen künftigen Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie angesprochen, der auch direkt zugesagt hat. Darüber habe ich mich sehr gefreut! Aber auch von anderen Kollegen habe ich schon gehört, dass sie bereits geeignete Schüler „im Auge“ haben. Vielleicht wird es ja dieses Jahr ein Fleischer, eine Konditorin oder ein Systemgastronom…. Wir lassen uns überraschen.

Interview & Foto Sabine Stubbe

 

Main-Potenzial. Das Ausbildungsstipendium für Frankfurt führt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main sowie der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main durch. https://sptg.de/projekte/wissenschaft-und-technik/main-potenzial

 

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