BFS-Schülerinnen und -Schüler bereiten sich auf Bewerbungsgespräche vor
„Ich weiß wirklich, was es bedeutet, sich vorzustellen“, sagt Friederike Schreiber. Die Schauspielerin und Theaterpädagogin sitzt mit den Schülerinnen und Schülern im Stuhlkreis zusammen. An zwei aufeinanderfolgenden Freitagvormittagen nehmen die Schülerinnen und Schüler der beiden 11. BFS-Klassen jeweils an einem vierstündigen Workshop teil. In Übungen und Rollenspielen trainieren die Lernenden, deren Schulzeit im nächsten Sommer zu Ende geht, sich optimal auf Bewerbungen und Vorstellungsgespräche vorzubereiten.
Authentisch bleiben – was bedeutet das?
„Die Schülerinnen und Schüler erleben in diesem Workshop, dass sie sich im Vorstellungsgespräch nicht verbiegen müssen, sondern ganz im Gegenteil ehrlich und authentisch bleiben sollten“, sagt Sozialpädagogin Amrei Salge. Wenn jemand im Vorstellungsgespräch angebe, dass er gerne Englisch spreche und das auch wirklich so sei, sei das super. „Aber wenn ich mich in meiner Freizeit beispielsweise hauptsächlich für Mode interessiere und gerne style, dann sollte ich das auch sagen“, empfiehlt Friederike Schreiber, „sonst falle ich spätestens bei Nachfragen auf den Bauch“.
Bühne frei, Vorhang auf
Was bei Bewerbungsgesprächen alles schiefgehen kann und welche Verhaltensweisen absolute No-Gos sind, stellen die Schülerinnen und Schüler in kleinen Rollenspielen dar. Dabei schlüpfen sie in unterschiedliche Rollen und spielen typische Situationen aus Vorstellungsgesprächen nach – mal übertrieben, mal ganz nah an der Realität. „Das war lustig und auch sehr aufschlussreich“, sagt Annika Schulz, Klassenlehrerin der 11BFS2. Denn gerade durch das eigene Ausprobieren wird deutlich, wie wichtig ein überzeugendes Auftreten und eine gute Vorbereitung sind.
Wenn einem das Herz bis zum Hals schlägt… Richtiges Atmen hilft
„Und was macht man, wenn man supernervös ist und einem fast die Stimme wegbleibt?“, fragt eine Schülerin. „Auf keinen Fall räuspern“, sagt die Expertin. „Das ist der schlechteste Rat, weil Räuspern die Stimmbänder reizt und die Stimme heiser macht.“ Anschließend zeigt Friedericke Schreiber den Teilnehmenden die tiefe Bauchatmung, die sogenannte „5-Finger-Atmung“ und eine Übung, die sogar bei Angst- bzw. Panikpatienten in Kliniken eingesetzt wird. Drei Atemübungen, die helfen, wenn man total aufgeregt ist.
Zum Abschluss gibt es noch ein Wohlfühl-ABC und einen letzten Tipp von der Theaterpädagogin: „Entspannt euch und denkt dran: Man muss einen Beruf nicht bis zum Lebensende machen.“ Motiviert verlassen die Lernenden den Klassenraum. Vor Vorstellungsgesprächen braucht sich jetzt keiner von ihnen mehr fürchten. „Ihr rockt das!“
Text & Foto Sabine Stubbe






