09.11.2011
Tolle Torten
Konditorlehrlinge zeigen ihr Können bei einem Tortenwettbewerb
Welche Torte ist die schönste? Vor der Qual der Wahl standen die Besucher der Frankfurter Volksbank am 3. und 4. 11.2011. Denn jede der Mottotorte, die beim Konditorenlehrlingswettbewerb entstanden ist, hat ihren ganz besonderen Reiz. Ein Besuch an der Bergiusschule Frankfurt:
Ein bisschen geht es in der Lehrwerkstatt der Bergiusschule zu wie im Chemie-Unterricht: Kathrin Meyer (22) steht am Gasherd und kocht eine Zuckerglasur auf. Unterdessen füllt Elisabeth Klöckner (18) ein bisschen flüssige Schokolade in die Spritztüte und beugt sich über ihre Schneemann-Torte, um dieser noch zwei Arme zu geben. Und Isabel Weich (23) ist damit beschäftigt, die letzten Verzierungen auf ihrem ganz in weiß gehaltenen Schokoschneestern anzubringen.
Die drei angehenden Konditorinnen gehören zu einer Gruppe von 33 Bergiusschülern, die sich an einem Lehrlingswettbewerb für Zuckerbäcker beteiligen. Wie in jedem Jahr ist auch Alt-Konditormeister Erich Bümlein (83), der den Wettbewerb vor zehn Jahren vom Gesellschaftshaus des Palmengartens in die Volksbank-Filiale in der Berger Straße verlegte, mit von der Partie. “Ich liebe meinen Beruf. Aber es gehört viel Geschick und Ausdauer dazu”, sagt Bümlein, während er dem Nachwuchs über die Schulter schaut und hier und da Tipps gibt.
Exzellente Ergebnisse
Auch Berufsschullehrer und Konditormeister Stefan Rückert (43) beäugt die vorläufigen Ergebnisse seiner Schützlinge und ist mit den meisten Tortenoffensichtlich hochzufrieden.
Da die angehenden Zuckerbäckerinnen erst im zweiten Lehrjahr sind, hat Rückert Verständnis dafür, dass ihnen manche Verarbeitungstechnik noch nicht ganz selbstverständlich von der Hand geht. Dass es auch Teilnehmer aus dem dritten Lehrjahr gibt, sei den Jüngeren gegenüber nicht unfair, weil diese ja im nächsten Jahr noch mal ran dürfen. Auch sei das Ergebnis vom Talent und dem Ausbildungsbetrieb des Lehrlings abhängig, erklärt Rückert. So hätten auch schon Lehrlinge den publikumsorientierten Nachwuchswettbewerb für sich entscheiden können, die sich erst im zweiten Lehrjahr befanden.
Kathrin Meyer, die im Interconti arbeitet, hat eine Wintertorte mit Sacherboden kreiert. Ein Hauch von Anis und Vanille verfeinern die Apfel-Gelee-Füllung. Garniert hat die angehende Konditorin das Arrangement mit einigen Zimtstangen und Orangenscheiben. Ein nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich anspruchsvolles Projekt. “Ich habe insgesamt sechs Stunden an der Torte gearbeitet”, sagt die Auszubildende, die sich gute Chancen ausrechnet, von ihrem Betrieb übernommen zu werden.
Vorgegebenes Thema
Weil das Tortenthema in diesem Jahr der Winter ist, hat sich Isabel Weich ebenfalls für einen Sacherboden entschieden, den sie mit einem Überzug aus weißer Schokolade und etwas Aprikosenkonfitüre veredelt. “Die Themen Winter und Weihnacht liegen so nah beieinander, dass ich die Auswahl etwas schwierig fand”, gesteht die Jungkonditorin.
Neben dem optischen Eindruck ist ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Bewertung der edlen Backwaren auch deren Haltbarkeit. Klar, denn heute und morgen kann jeder, der mag, die Torten in der Bornheimer Volksbank-Filiale bewerten. Und da man nicht kosten darf, kommt es vornehmlich auf das Aussehen an. Um doch in den Genuss der kalorienhaltigen Leckereien zu kommen, können die Bankkunden an einer Tombola teilnehmen. Mit dem Kauf eines Loses gewinnen sie mit etwas Glück eine der rund eine Woche haltbaren Torten.
Peter Völker ist als Vorstandsmitglied der Frankfurter Volksbank maßgeblich daran beteiligt, dass die Kunden der Bornheimer Bankfiliale seit 2001 jährlich die Torten des Frankfurter Konditor-Nachwuchses bewerten. Völker lobt das Projekt und vor allem das ehrenamtliche Engagement von Konditormeister Bümlein: “Seit Herr Bümlein uns vor zehn Jahren angesprochen hat, unterstützen wir das Projekt sehr gerne, weil wir uns sehr über die jungen Menschen freuen, die das machen”, sagt Völker.