Bordelaisen zu Gast an der Bergiusschule in Frankfurt am Main

 

Seit dem Bordeaux-Besuch von 15 angehenden Köchinnen und Köche der Bergiusschule  im Sommer 2015 stieg die Vorfreude auf den Rückbesuch der 12 französischen Austauschschüler und ihrem Begleitlehrer Christophe Bergeon von Tag zu Tag, bis es am Montag, dem 7.12.2015 endlich soweit war.

Der erste Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück und der herzlichen Begrüßung durch die Schulleitung der Bergiusschule.

Es folgte eine Sprachanimation die den Schwerpunkt unserer Ausbildungsbranche, deren Inhalte und das entsprechende Vokabular beinhaltete. Danach wurde uns die für den weiteren Tag vorbereitete Stadtrally vorgestellt. In kleinen Gruppen sollten wir mit unseren französischen Freunden die Stadt erkunden. Schnell haben sich ‚alte Bekannte‘ wieder zusammen gefunden und trotz kleiner Sprachbarrieren, begann sofort die Kommunikation.
Für den ein oder anderen wurde diese Stadterkundung auch zu einem kulinarischen Erlebnis. So probierten viele der Franzosen zum ersten Mal in ihrem Leben Currywurst und waren hellauf begeistert!
Nach gemeinsamer Auswertung der Rallye haben wir den Abend zusammen in Altsax (Alt-Sachsenhausen) ausklingen lassen. Auch hier strahlten die Augen der Franzosen, als sie sich ein gutes deutsches Bier bestellten.
Am Dienstag begann der Tag mit einer Sprachanimation zu den Themen des Tages. Danach stand ein Besuch in der Staatskanzlei in Wiesbaden an.

Die Kulisse der schönen Landeshauptstadt Wiesbaden, ein intensiver Austausch mit dem Staatssekretär Weinmeister, ein kleiner Imbiss,  sowie ein kurzer Streifzug über den Wiesbadener Weihnachtsmarkt füllten den Vormittag.

Den Nachmittag verbrachten wir in den schönen neuen Räumlichkeiten der Bergiusschule. Die Firma Wiberg hielt eine Gewürzschulung mit anschließender Verkostung und anregenden Diskussionen zum Thema Würzen. Nicht zuletzt der Auftakt mit dem Assam-Langpfeffer, wird sicher allen in guter Erinnerung bleiben.

Am Mittwoch starteten wir  mit dem gemeinsamen Kochen in der Bergiusschule. Praxistag:

Ein hessisch-regionales “Mundhappen-Buffet“ stand auf dem Programm.

In kleinen französisch-deutschen Gruppen eingeteilt, zauberten wir im Laufes des Tages gemeinsam ein leckeres 3-Gänge Fingerfoodbuffet, das die typisch hessische bzw. Frankfurter Küche wiederspiegelte. Diese delikaten Leckerbissen haben wir anschließend zusammen mit weiteren Gästen verkostet

An diesem Tag haben wir wieder viel voneinander gelernt, auch wie unterschiedlich die französische und deutsche Küche teilweise sind. Mit einem anschließenden Besuch auf dem Weihnachtsmarkt haben wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Für den folgenden Tag mussten sowohl die französischen als auch die deutschen Azubis Kraft sammeln, denn am Donnerstag stand der gemeinsame Arbeitstag mit dem Tandempartner in den deutschen Ausbildungsbetrieben an. Auch hier haben wir durchweg positive Rückmeldungen bekommen: die Franzosen, die überwiegend in kleinen Küchen arbeiten, haben Einblick in den deutschen Großküchenalltag bekommen. Hier auch ein großer Dank an die uns unterstützenden Frankfurter Ausbildungsbetriebe!
Für die Franzosen endete der Arbeitstag früher als für die Deutschen, dafür ging es aber mit einem Besuch in der kleinen aber sehr handwerklichen Brauerei Bierhannes in Fechenheim weiter. Der Bierhannes (Herr Zimmermann sen.) selbst gab uns mit viel Fachwissen und Leidenschaft tiefe Einblicke in die Kunst des Bierbrauens.

Abends wagten wir dann gemeinsam die kulinarische Reise in ein veganes Restaurant. Hier waren deutsche und französische Auszubildende gleichermaßen skeptisch, wie gut die vegane Küche sei. Aber auch hier gilt: wir waren alle positiv überrascht und der ein oder andere denkt jetzt intensiver über Möglichkeiten nach, vegan zu kochen.

Nach dem Restaurantbesuch hat es uns wieder nach Altsax (Altsachsenhausen) verschlagen, wo wir einen letzten „Äppler“ zusammen getrunken haben, bevor es für die Franzosen schon wieder Zeit wurde, die Koffer zu packen.
Denn am Freitagmorgen stand „nur noch“ die Auswertung und Verabschiedung an.

Die Abfahrt der Franzosen jedoch, erwies sich als schwerste Hürde: Es wurde ein sehr emotionaler Abschied, denn in der kurzen Zeit sind Freundschaften gestärkt, aber auch neue aufgebaut worden.
Ein deutscher Azubi sagte mir, er habe lange nicht mehr so viel Freude gehabt wie in dieser Woche. Das können, denke ich, alle ausnahmslos bestätigen. Diese Woche hat uns gezeigt, dass es nicht nur auf die Sprache ankommt, sondern auch auf gemeinsame Interessen, insbesondere die Leidenschaft zum Kochen, die über Grenzen hinweg verbindet.
Wir haben Freundschaften geschlossen, die wir aufrechterhalten.
Mir bleibt nur zu sagen: Bien merci à vous et au revoir!

Franziska Mertens